Welche aktuellen Studiendaten könnten die Behandlung gynäkologischer Tumoren verändern? Dr. Richard Schabath spricht mit Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für Onkologische Chirurgie am Charité – Campus Virchow-Klinikum, über die wichtigsten Entwicklungen und persönlichen Highlights des ESMO-Kongresses.
Im Fokus steht zunächst das Endometriumkarzinom. Die Experten ordnen die Ergebnisse der Studien DUO-E und KEYNOTE-C93 (GOG-3064/ENGOT-en15)ein. Dabei geht es um den Stellenwert der Checkpoint-Inhibition, die Kombination mit PARP-Inhibitoren und die Frage, welche Patientinnengruppen besonders von den neuen Therapieansätzen profitieren. Auch die Studie LEAP-001 und die Möglichkeiten einer Therapiedeeskalation werden thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Behandlungsoptionen beim rezidivierten Endometriumkarzinom. Prof. Sehouli diskutiert die Ergebnisse der Phase-III-Studie TroFuse-005 mit dem TROP-2-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab Tirumotecan und ordnet dessen mögliche Bedeutung für zukünftige Therapiestandards ein.
Auch das Ovarialkarzinom kommt zur Sprache: Besprochen werden unter anderem die BEHOLD-1-Studie zum B7-H4-gerichteten ADC sowie weitere neue Entwicklungen bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, darunter Rina-S. Darüber hinaus geht es um neue Kombinationstherapien, bispezifische Antikörper und die Frage, wie sich Behandlungsstrategien nach einem Rezidiv sinnvoll weiterentwickeln lassen.
Neben den Wirksamkeitsdaten stehen auch wichtige Fragen zur klinischen Umsetzung im Mittelpunkt: Welche Rolle spielen Biomarker? Wie verändern sich deren Expressionsmuster im Krankheitsverlauf? Und worauf muss bei Nebenwirkungen und der Wahl nachfolgender Therapien besonders geachtet werden?
Ein differenzierter Blick auf aktuelle Studiendaten und ihre Bedeutung für die klinische Praxis in der gynäkologischen Onkologie.